Ich sitze gerade bei meinen Gastgebern, die ich über Couchsurfing gefunden habe. Leider gibt es hier kein W-Lan. Aus diesem Grund schreibe ich jetzt und stelle morgen früh in der Uni den Artikel online.
Heute morgen ging es mit einem vollen Bus los Richtung Stadtzentrum. Kurz vor Ankunft fuhr der Bus nicht weiter, so dass ich ausgestiegen bin, um den Rest des Weges zu laufen. Klar, dass kurz darauf der Bus an mir vorbei fuhr, aber egal. Ich hatte Zeit und habe so ein klein wenig von der Innenstadt gesehen. Die Universität habe ich auch recht schnell gefunden und so habe ich mich gleich registriert und einen guten Platz in der Aula gesichert. Dank W-Lan konnte ich mir die Wartezeit bis zu Opening Ceremony mit Skype und Farmville vertreiben.
Um 9:30 Uhr fing die Opening Ceremony an. Es haben einige mehr oder wenige wichtige Leute gesprochen, unter anderem Gino Ferretti, der Direktor der Universität Parma, Roberto Greci, der Direktor des Instituts für Arts and Humanities und Tatjana Aparac Jelusic, Vorsitzende von EUCLID (European Association for Library & Information Education and Research). Zwischen den Ansprachen spielte ein Quintett der Universität von Parma einige Musikstücke, wie zum Beispiel Teile aus Rigoletto oder La Traviata. Alles in allem eine gelungene Opening Ceremony.
Nach einer kurzen Kaffeepause begannen die Key Note Speeches. Die erste hielt Ellen Tise, die den Posten der IFLA Präsidentin im Moment inne hat. Ihr Thema war „Bridging the Digital Divide: Libraries Driving Access to Knowledge“. Sie sprach darüber, was das Phänomen Digital Divide ist, dass nicht nur Bibliotheken, sondern die Bibliothekare diejenigen sein müssen, die diese Trennung überbrücken und davon, dass neue Technologien bei der Überbrückung behilflich sein können.
Die zweite Rede hielt Paul Sturges, der an der Loughborough University lehrt. Sein Thema war „Freedom of Access to Information and the Digital Divide: The Answer’s in the Palm of Your Hand“. Sein Vortrag war wahnsinnig interessant, da er das Thema Informationsfreiheit und wie man diese erreichen kann von einer anderen Seite beleuchtet hat. Erst ging er auf die Verankerung von Informationfreiheit in den unterschiedlichen Gesetzen ein. Dann kam er auf die Anzahl von Internetanschlüssen in unterschiedlichen Ländern zu sprechen und zog dann einen Kreis, indem er die Frage aufwarf „Welche Inhalte wollen Menschen in Entwicklungsländern eigentlich wirklich?“ und „Wie sollte dieser Inhalt zu den Menschen gelangen?“ Auf einmal nahm der Vortrag eine unvoraussehbare Wendung und er begann von mündlicher Kommunikation als bestes Mittel zur Informationsverbreitung zu sprechen. Auf einmal waren wir in Afrika und der Vortrag drehte sich um die Nutzung von Handys. Und es ging nicht um iPhone oder Blackberry, sondern um ursprüngliche Handys, die nur zum telefonieren und SMS schreiben benutzt werden. Paul Sturgis machte mit drei Beispielen klar, wie wahnsinnig wichtig dieses Kommunikationsmittel in Afrika ist – und für die Bevölkerung irgendwie auch erschwinglich.
Zum Schluss waren viele der Organisatoren noch einmal auf der Bühne, haben die BOBCATSSS Fahne ins Spiel gebracht und schon war der Vormittag vorbei.
Auf dem Weg nach draussen konnten wir uns unsere Lunchpakete mit Sandwiches und Schinken, einem Stück Parmesan, Kuchen mit Pflaumenmus und Birnensaft abholen. Dann ging es zu der zweiten Räumlichkeit, einmal durch die Altstadt und von dem anschließenden Panel schreibe ich im nächsten Artikel.