Heute bin ich natürlich extra früh aufgestanden. Ich habe in unserem Bed&Breakfast gefrühstückt (leckere Croissants) und habe mich dann gleich auf den Weg gemacht. Die Option mit dem Bus zu fahren, hatte ich ja leider nicht, da die Räder in unserer Unterkunft standen und bis zum Ende der Konferenz (als 13:30 Uhr) wieder zurückgegeben werden mussten. Es schneite zwar mittlerweile nicht mehr und die Straßen waren zum größten Teil auch geräumt, aber das Gelbe vom Ei war der Weg zur Universität trotzdem nicht. Ich war trotz allem überpünktlich vor Ort. Die Einzigen, die noch vor mir da waren, waren vier Studentinnen aus der Schweiz, die den Vortrag vor mir halten sollten.
Langsam rückte 9:30 Uhr näher und noch immer war niemand vom Organisationsteam im Raum. Auch ein Computer fehlte, so dass wir nicht unsere Präsentationen ausprobieren konnten. Das war natürlich auch der einzige Tag, an dem ich meinen Rechner nicht dabei hatte, da ich ja vorhatte, nach Ende der Konferenz einen Stadtrundgang zu machen und da wollte ich logischerweise so wenig dabei haben wie nur möglich. Fünf Minuten vor Beginn der Session kam eine Organisatorin, die allerdings nicht wusste, wo sie einen Computer herbekommen soll und sich wunderte, dass wir keinen Rechner dabei haben (in unserem Einladungsbrief stand deutlich drin, dass Computer und Beamer vorhanden sein werden und nur der Rest quasi bestellt werden muss). Sie hat dann ihren Minilaptop zur Verfügung gestellt, aber naja. Hat noch einmal ne ganze Weile gedauert bis alles eingestellt und geladen war und so weiter. Aber es ging.
Der erste Vortrag der Session „Books and the WWW“ bezog sich auf die Idee einer Metasuchmaschine für Onlinebuchläden. Ich gebe zu, dass mich das Thema nicht so brennend interessierte und ich aus diesem Grund die Evaluation der Konferenz ausfüllte. Eventuell werde ich mir dann später die Publikation des Vortragenden durchlesen, da er wirklich viele seiner Folien übersprungen hat und irgendwie zerstreut schien. Es war teilweise auch schwer ihm zu folgen.
Der zweite Vortrag der Schweizergruppe war hingegen sehr interessant. Sie haben Kornelia, den ersten Bibliothekschatbot in der Schweiz, entwickelt. In Deutschland kennen wir schon mehrere; nicht nur in Bibliotheken, wie zum Beispiel Stella von der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Ina von den Bücherhallen Hamburg oder den i-Punkt aus der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, sondern auch aus dem Einzelhandel, wie zum Beispiel Anna von Ikea.
Danach war ich dran. Ich war ganz schön nervös, aber es ging erstaunlich gut. Es kamen auch einige Nachfragen, die ich gut beantworten konnte. Als Dankeschön habe ich von den Organisatoren ein großes Stück italienischen Käse bekommen. Hmm. Lecker! Nachdem die Session vorbei war, kam sogar eine Teilnehmerin zu mir und sagte, dass sie den Vortrag sehr gut fand. Sie war in einer Woche in Berlin und hat sich unser Projekt angesehen. Jetzt fand sie es spannend alle Ergebnisse zusammen zu sehen. Ich habe sie auch gleich auf die hoffentlich bald erscheinenden Proceedings und auf unseren hoffentlich irgendwann erscheinenden Artikel aufmerksam gemacht.
Da ich sehr schnell spreche wenn ich aufgeregt bin, war unsere Session sogar schon etwas früher vorbei und ich konnte die letzte Kaffeepause der Konferenz genießen.
